Ausstellung

Gudrun Brüne

„Traum und Wirklichkeit – Malerei und Grafik“ – das ist das Thema einer Ausstellung mit Werken von Gudrun Brüne, die die Stiftung Prüsse bis Freitag, 1. Dezember, in Braunschweig zeigt. Die Stadthalle Braunschweig ist ein Ausstellungsort. Hier können die Werke während den Veranstaltungszeiten besichtigt werden. 

Gudrun Brüne gehört zur Leipziger Schule und zählt zu den bedeutenden bildenden Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart in Deutschland. Ihre ausdrucksstarken und facettenreiche Werke sind in der jakob-kemenate zu sehen und an fünf weiteren Orten in der Stadt. Bekannt geworden ist die Künstlerin aus dem Havelland vor allem durch ihre Puppen- und Maskenbilder. Diese Werke sind ein Schwerpunkt der Ausstellung, darüber hinaus werden Grafiken und Aquarelle gezeigt.

„Gudrun Brüne trifft mit ihren Werken den Nerv unserer Zeit“, sagte die Kunsthistorikerin Prof. Ada Raev am Donnerstagabend bei der Eröffnung der Ausstellung in der Braunschweiger Martinikirche vor rund 600 Besuchern. Sie würdigte die präzise und dezidiert figurative Malerei der Künstlerin, die mit ihrer Kunst immer wieder auf gesellschaftliche Ereignisse reagiert. Dr. Annette Boldt-Stülzebach vom Kulturinstitut der Stadt Braunschweig lobte die „Ausnahme-Künstlerin“, deren Werke in einer zum Nachdenken anregenden Ausstellung zu sehen sind und die an die Alten Meister erinnern. 

Gudrun Brüne unterrichtete bis 1999 an der Hochschule für Kunst und Design in Halle/ Burg Giebichenstein. Für sie ist die Auseinandersetzung mit sich selbst, mit Weggefährten, Persönlichkeiten der Zeitgeschichte und vor allem mit Künstlerinnen und Künstlern der Kunstgeschichte seit jeher ein wichtiger Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens. Wahlverwandtschaften entwickelt sie zu Künstlern, die sich mit ihren Werken großen Fragen ihrer Zeit gewidmet und gestalterisches Neuland betreten haben. Das Spektrum reicht von Leonardo da Vinci, Artemisia Gentillesci und Francisco de Goya über Paula Modersohn-Becker, Otto Dix und Frida Kahlo bis zu Pablo Picasso, der sie bis heute immer wieder herausfordert.

Besonders intensiv war der Dialog von Gudrun Brüne mit ihrem 2011 verstorbenen Ehemann Bernhard Heisig, dem streitbaren Maler, Lehrer und „Vater“ der Neuen Leipziger Schule. Gudrun Brüne hat ihr gleichermaßen enges wie spannungsvolles Verhältnis zu Bernhard Heisig in den letzten Jahren wiederholt thematisiert. So entstanden zwei Doppelbildnisse, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind.

In Bezug auf die Malweise ging die Künstlerin schon sehr früh eigene Wege. Sie entwickelte eine an Otto Dix geschulte, detailgenaue Malerei in Mischtechnik als Grundlage für eine strenge, klare und buntfarbige Bildsprache. Diese prägt etwa ihre großformatigen Stillleben, die mit erlesener Eleganz und schmerzlicher Schönheit bezaubern. Seit den 1980er Jahren sind Puppen, Masken und Gliederpuppen zum Markenzeichen der Künstlerin geworden. Neben Illusionen, Zwängen und Nöten der Einzelnen thematisiert Gudrun Brüne immer wieder gruppendynamische Effekte und Phänomene der Manipulierbarkeit der Masse. Wiederholt hat Gudrun Brüne in ihren Bildern Bezüge zur christlichen Ikonographie hergestellt, auch damit steht sie in der Tradition der Leipziger Schule.

Die Ausstellung „Traum und Wirklichkeit“ ist an folgenden Orten in Braunschweig zu sehen: in der jakob-kemenate, in der kemenate hagenbrücke, im Augustinum, im Bankhaus Löbbecke, im Hauptbahnhof und eben in der Stadthalle Braunschweig.

Zur Ausstellung unter Schirmherrschaft von Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth erscheinen ein Katalog und eine Sonder-Edition mit einer Druckgrafik der Künstlerin.

 

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Termine September - Oktober 2017